26. Juni 2020
Alte Gemäuer, die bewegen…

Nach über 80 Jahren Dornröschenschlaf erwacht die Alte Mälzerei als ein Ort der Begegnung und der Information, nach und nach zieht nun Leben in das stattliche Gebäude ein. Für uns Grund genug, einmal die Menschen vorzustellen, die hier mit ihrem Angebot etwas Neues für die Menschen im Bezirk schaffen wollen. Den Anfang machen wir mit ZGS e.V. und sprechen mit Sophie Jordan und Sarah Schrödter, die zusammen mit ihrem Bruder ZGS e.V. gegründet haben. Wir treffen die Schwestern in der dritten Etage der Alten Mälzerei, wo sie auf rund 600 Quadratmetern ihr neues Zentrum für Gesundheits- und Rehasport betreiben.

Frage:  Die Alte Mälzerei ist ja ein sehr ungewöhnlicher Standort für eine Sporteinrichtung. Wie kam es dazu?

 

Antwort: Wir sind in Lichtenrade unweit der Alten Mälzerei aufgewachsen und warfen bereits als Kinder immer wieder neugierige Blicke auf die Alte Mälzerei. Wir waren bereits seit längerem auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für den neuen Standort. Als dann das Immobilieninserat veröffentlicht wurde, waren wir uns schnell einig – das ist es!

 

Frage: Was macht die Räumlichkeiten in der Alten Mälzerei besonders? Was sagen Ihre Patienten und Mitglieder?

 

Antwort: Das Besondere an den von uns gemieteten Räumlichkeiten in der 3. Etage, sind die „alten“ Elemente wie die Decken, die Stahlträger sowie die Fenster, die erhalten werden konnten und auch aus Denkmalschutzgründen erhalten werden mussten.

In der Kombination mit dem modernen Fußboden, dem Lichtkonzept, der großen Fensterfront im Gymnastikraum sowie der offenen gestalteten Räume ist das einmalig. Viele unserer Mitglieder kommen ebenfalls aus Lichtenrade und sind ebenso beeindruckt. Die Räumlichkeiten finden aufgrund ihrer Großzügigkeit sehr viel Anklang.

 

Frage: Sie mussten ja nur eine Woche nach der Eröffnung von ZGS e.V. in der Alten Mälzerei aufgrund der Corona-Pandemie wieder schließen und haben erst Anfang Juni erneut eröffnet. Müssen Sie nun ganz von vorn anfangen?

 

Antwort: Ja, das hat uns sehr schwer getroffen. Wir waren voller Tatendrang! Der Verein wurde 2007 gegründet und ist seitdem im Süden von Berlin im Bereich des Rehasportes tätig. Wir haben aktuell drei weitere Standorte, die leider auch geschlossen waren. Dort haben wir im Vorfeld viel Werbung gemacht. Aber wir waren während der Schließung nicht untätig und veröffentlichten Trainingsvideos und Sportprogramme auf Facebook, Instagram und YouTube. Trotz der Schließung haben wir über verschiedene Kanäle weiter Anfragen erhalten. Viele haben sich gemeldet, die am 6. März mit uns die Eröffnung feierten und auf alle Fälle informiert werden wollten, sobald es wieder losgeht.

 

Frage: Wie haben Sie die schwierige Zeit während der Schließung gemeistert?

 

Antwort: Unsere Sportstätten sind vom Verein als Haupt- oder Untermieter angemietet. Da stellte sich die Frage, wie wir unsere Mieten zahlen, denn als Verein erhalten wir keine Zuschüsse. Zum einen haben wir die Mitgliedsbeiträge. Diese reichen für die Mieten und die Gehälter unserer 13 Mitarbeiter aber nicht aus. Zum anderen ist der Wegfall der Abrechnung für Übungsstunden über den Rehabilitationsschein für solch eine lange Dauer nicht mit den Mitgliedsbeiträgen zu kompensieren. Das fehlte natürlich enorm. Wir haben in dieser schwierigen Zeit sehr viel, teilweise sehr unerwartet, ich will es mal Nächstenliebe nennen, erfahren. Zum Beispiel hat uns Familie Bestgen/Grünewald (Anm. der Redaktion: Besitzer der Alten Mälzerei/UTB) ein enormes Entgegenkommen gezeigt, worüber wir unendlich dankbar sind. Wir waren sprachlos, denn unser Mietvertrag hatte ja erst begonnen. Auch können wir uns glücklich schätzen, dass wir ganz tolle Mitglieder in unseren Reihen haben, die uns mit Spenden oder ihrem Zuspruch des Zusammenhalts unterstützt haben.

 

Frage: Was unterscheidet den Gesundheitssport von, sagen wir, einem normalen Fitnessstudio?

 

Antwort: Der Gesundheitssport beziehungsweise der Rehabilitationssport, so wie wir ihn anbieten, unterscheidet sich von einem normalen Fitnessstudio, denn bei uns gibt es nur betreute Trainingsgruppen. Kein Mitglied, kein Patient, kein Teilnehmer wird alleine gelassen, es steht immer ein/eine fachlich sehr gut ausgebildete/r  Übungsleiter/in zur Seite. Zudem wird bei uns nicht nur der Sport großgeschrieben, auch das Miteinander, die Zusammengehörigkeit ist ein wichtiger Faktor. Quasi wie eine große Familie.

 

Frage: Kann jeder zu Ihnen kommen? Gibt es auch Kurse und Trainingsprogramme für Menschen ohne körperliche und krankheitsbedingte Beeinträchtigungen?

 

Antwort: Jede/r ist herzlich bei uns willkommen, egal welches Alter oder welche Beeinträchtigung er/sie hat. Unsere Kurse sind in verschiedene Leistungsstufen und auf verschieden Körperregionen spezifiziert, wie zum Beispiel der Hüft/Knie Kurs, oder Schulter/Arm Kurs. Wir bieten nicht nur Kurse zur „Wiederherstellung“ an, sondern auch für all jene, die präventiv etwas machen und fit bleiben möchten.

 

Frage: Ein Ausblick in die Zukunft: Haben Sie bereits Pläne, was Ihre Patienten und Mitglieder in der Zukunft in den Räumen von ZGS e.V. erwarten können?

 

Antwort: Hochmotivierte Übungsleiter, Freude, Spaß und natürlich Sport.

 

Wir danken Ihnen beiden für das Gespräch 😊

 

Hier geht es zum ZGS e.V.